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Montag, 17. März 2008

Vulkane, Tsunamis, Kontinentalplatten



Die Menge an Wissen, die schon frei verfügbar ist, ist unglaublich. Zusätzlich ist eine Qualitätstufe überschritten worden, die man ohne Technologie und ohne Internet, ohne die Vernetzung aller Menschen nie geschafft hätte.
Wenn ich an die aktuelle Schulpolitik denke, habe ich ein Bild vor Augen, wo die Kultusminister mit Pfeil und Bogen auf dem Dinosaurier Schulpflicht sitzen und wild schreiend auf Meteoriten zielen.

Bildung ist frei, und unter diesem Motto war ich heute wieder in der Bibliothek und habe Bücher für die Familie ausgesucht. Herausgekommen ist ein Buch über Vulkane, ein paar Lesebücher und Bilderbücher und eine Musik-CD: Orientalische Lieder und Tänze für Kinder.
Als ich nach Hause kam, erzählte mir Chopper gleich von dem Video über die Zelle und dann packte er durstig die Bücher aus. Vulkane musste ich sofort vorlesen.
Er war fasziniert von den Vulkanen und Tsunamis. Vulkane haben aber auch witzige Seiten, wie die Menschen, die ihr Kochgut in vulkanische Löcher hinablassen, dort werden sie gekocht und nach ein paar Sekunden ist das Essen fertig :)
Wenn man von Vulkanen spricht kommt man natürlich auch immer auf die Kontinentalplattentheorie zu sprechen und die Feuergürtel.
Dann sahen wir noch einen Hund und einen Menschen, die beide vom Vulkanausbruch überrascht worden waren, und jetzt als Art Statuen erhalten sind.
Ich sagte, dass man beim Vulkan sehr schnell sterben kann und dann ist man tot.
Chopper meinte: Wenn man tot ist muss man zum Doktor gehen.
Ich: Nein, tot ist tot, dann kann man nur noch zum Friedhof gehen.
Chopper: Wenn ich tot wäre, dann wärst Du sehr traurig.
Ich: Oh, Gott, dann wäre ich wirklich sehr sehr traurig. Das kannst Du Dir gar nicht vorstellen.

Dann war das Thema Gottseidank schon beendet und das nächste Bild war dran.
Ausbruch des Vulkans Rinjani im Jahre 1994 mit Eruptionsgewitter

Und nach dem Abendessen dann war noch wildes Gehüpfe nach orientalischen Liedern dran :)

Sonntag, 2. März 2008

Samstag: Politik und ein Zug in der Bibliothek

In der Früh habe ich noch meine Rundruf-Runde bei den Parteien, die am Sonntag zur Wahl stehen beendet.
CSU, hier wollte mir der Pressesprecher eine Auskunft geben - leider habe ich ihn nicht noch einmal erreicht (nur Anrufbeantworter - und da wollte ich so irgendwie nicht meine Nummer hinterlassen:)
Er war sehr nett (natürlich ist ja auch ein Pressesprecher) aber die anderen Parteien hatten mich mit meiner Frage immer zum Bildungsexperten (ihrer jeweiligen Partei weitergeleitet).
Dann noch die ÖDP - hier rief der Bürgermeisterkandidat selber zurück (Anonymität sticht sich irgendwie mit Rufnummernanzeige :)
Er kannte Homeschooling schon aus den USA. Unter Berücksichtigung von Lernzielen und den Punkt der sozialen Isolation gezielt entgegenwirkend sieht er keinen Grund, der dagegen spricht.
Er sei auch nicht für die Abkehr von der Emanzipation, einfach nur für die freie Entscheidung.
Ich war so erleichtert, dass nicht alle Parteien nur aus einer Vorurteilsposition heraus argumentieren.
Zusammenfassend wollten sich also nur die FDP (Meinungsbildung mit konkretem Ansprechpartner) und die ÖDP (wichtig ist die Freiheit zu wählen) dieser Traditions- und Zukunftsform des Lernens annehmen.
Wobei mich Herr Hollemann (ÖDP) auch noch mal darauf hinwies, dass Bildung Politik des Landes sei (und die aktuellen Wahlen betreffen ja Kommunalpolitik).
Ich weiß ja, aber vielen Dank für den Hinweis.
--
Danach ging es in die heißgeliebte Bibliothek und Chopper schloss sofort wieder Freundschaft mit einem anderen Kind (natürlich erst nachdem er sich einen Riesen-Stapel Schlumpf-Comics gesichert hatte).
Moritz (das Kind am Vortag war Lukas), beide spielten Zug und sprangen durch die Gegend (man muss dazu sagen: es ist eine Kinderbibliothek mit einer Extra-Etage für die ganz Kleinen).
Moritz gab Befehle und Chopper gehorchte, soweit es ihm möglich war. Wenn nicht sagte er: Ich kann aber nicht. Und dann suchten beide eine Lösung (beide waren witzigerweise gleich alt).
Dieses Wochenende war es das erste Mal, das Chopper wirklich komplett mit anderen Kindern gespielt hat, ohne unser Zutun, ganz von sich aus und ganz alleine.

Mama und Papa waren zu Tränen gerührt und ich notierte mir gleich die EMail-Adresse der Mutter für zukünftige Treffen. Sie wohnt sogar in der Nähe von uns.
Ein Video hab ich auch gemacht, leider ganz miese Qualität.